Rassismus und Diskriminierung im Alltag zu erleben, zehrt an den Kräften. Oft auf eine Weise, die von außen kaum jemand sieht. In meiner Praxis in Wien-Wieden (1040) arbeite ich mit Menschen, für die solche Erfahrungen zum Leben dazugehören und die sich einen Ort wünschen, an dem das ernst genommen wird.
Kultur- und rassismussensible Psychotherapie
Rassismus zeigt sich nicht immer offen. Häufig steckt er in vielen kleinen, wiederkehrenden Momenten im Alltag. Im Gefühl, sich ständig erklären oder beweisen zu müssen. In Blicken. In der Frage, wo Sie denn „wirklich" herkommen. In Situationen, in denen man über Sie hinweggeht. Das hinterlässt Spuren, vor allem dann, wenn es im eigenen Umfeld kleingeredet wird. Bei mir müssen Sie nicht erst darum kämpfen, dass Ihre Erfahrungen und Wahrnehmung anerkannt wird. Sie ist der Ausgangspunkt in unserer gemeinsamen Arbeit.
Ihre Erfahrungen sind real
Ich stelle Ihre Erfahrungen nicht infrage
Viele Menschen, die unter rassistischen Strukturen leiden, kennen das oftmals aus Gesprächen. Bevor ihnen geglaubt wird, müssen sie sich erst erklären, Rassismus „belegen“ und sich gegen Zweifel Anderer verteidigen. In der Therapie bei mir entfällt zumindest dieser erste, zermürbende Schritt. Ich stelle Ihre Erfahrungen nicht infrage. Wir müssen nicht darüber diskutieren, ob das, was Sie erleben, „wirklich“ Rassismus ist. Diese Anerkennung ist die Grundlage, auf der wir gemeinsam in die eigentliche Arbeit schreiten.
Was rassismussensible Therapie für mich bedeutet
Meine Haltung ist über die Jahre auch durch mein Engagement gegen Rassismus gewachsen, aber auch durch die Erfahrungen, die ich selbst gemacht habe. Rassismussensibel zu arbeiten heißt für mich, gesellschaftliche Machtverhältnisse und Diskriminierung als das zu nehmen, was sie sind. Reale Einflüsse auf das seelische Erleben, keine Privatsache, die Sie mit sich allein ausmachen müssen. Das heißt auch, dass ich meine eigene Position kenne, meine blinden Flecken mitdenke und stets offen bleibe, dazuzulernen.
Leben zwischen mehreren Welten
Besonders vertraut ist mir die Arbeit mit Menschen, die eine Migrationsbiografie mitbringen. Zwischen mehreren Sprachen, Kulturen und Erwartungen zu leben, kann bereichern und zugleich Fragen aufwerfen. Wo gehöre ich hin? Wie bringe ich die unterschiedlichen Welten in mir zusammen? Wie gehe ich mit dem um, was von allen Seiten an mich herangetragen wird? Auch das, was zwischen den Generationen weitergegeben wird, hat hier seinen Platz.
Mein therapeutischer Zugang
Ich arbeite individualpsychologisch, einem tiefenpsychologischen Ansatz nach Alfred Adler. Das Gefühl von Zugehörigkeit steht in diesem Denken ganz im Zentrum, und genau darum geht es bei Rassismus- und Migrationserfahrungen so oft im Kern. Gemeinsam sehen wir uns Ihre Geschichte und Ihr heutiges Erleben an. Wir verstehen Muster, die einmal entstanden sind, und suchen nach Wegen, die Ihnen mehr Halt und Spielraum geben.